Little Trouble in Big China

Als Dr. Pepper im März diesen Jahres versprach, jedem US-Bürger eine Cola zu spendieren, falls das seit etlichen Jahren angekündigte „Chinese Democracy” noch 2008 herauskäme, fühlten sie sich wahrscheinlich sehr sicher. Mit der plötzlichen Ankündigung des neuen Guns N’Roses – Album für den 22. November dürfte ihnen dann die Farbe aus dem Gesicht geschwunden sein, kurz drauf erwischte es die Website. Dort nämlich hatte man 24 Stunden Zeit, sich zu registrieren, um den Gratis-Drink zu bekommen. Die Brause-Hersteller fanden das clever, die Internet-Präsenz weniger – sie brach einfach zusammen.

Axl Rose hatte den großflächigen Spott im März noch aufgegriffen, um sich artig für die Initiative zu bedanken, nun kam die Zeit der Abrechnung. Per Anwalt ließ er verkünden, die Band habe ihr Versprechen gehalten, Dr. Pepper nicht. Dr. Pepper gab sich heute nun seinerseits verschnupft: Die Anwälte von Guns N‘Roses verwandelten einen Spaß in einen Rechtstreit. Dr. Pepper verlängerten zwischenzeitlich ihr Online-Angebot und richteten eine kostenfreie Rufnummer für die Registrierungen ein. Die Anwälte der Band forderten dennoch eine Entschuldigung bei den Fans.

Wozu der Ärger? Es könnte daran liegen, das Axl Rose zur Zeit als verschwunden gilt. Jedenfalls nimmt er seine Verpflichtungen nicht wahr, Interviews zu geben, die den Verkauf des Albums ankurbeln sollen. Da müssen andere in die Bresche springen. China z.B., denn das kommunistische Regime nimmt Anstoß daran, dass in der titelgebenden Single die bei der Staatsführung unglaublich unbeliebte Falun Gong Gruppierung Erwähnung fände und das Land kritisiert würde und stufte es insgesamt als „giftige Attacke” (so geschrieben in der Parteizeitung „Global Times” ein).

Vielen Dank, bei soviel Gratis-Promotion muss W. Axl Rose gar nicht mehr selber ran, sondern kann entspannt mit dem Ferrari durchs Hinterland cruisen.

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